Modul 4.3.2 | Diversität und Sexualität in der Kindheit und im Jugendalter


Lernziel:
Je nach Wahlschwerpunkt erwerben die Studierenden ein Grundverständnis der Ergebnisse neurowissenschaftlicher Grundlagenforschung oder der Gesundheitswissenschaften/ Public Health incl. Gesundheitspolitik und Gendiagnostik/ Genomforschung mit ihren Auswirkungen auf die Praxis der Gesundheitssicherung. Die Studierenden lernen ausgewählte Aspekte der neuronalen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kennen. Sie erwerben Basiswissen über das ZNS, vertieftes Wissen im Bereich der klinischen (Kinder-)Neuropsychologie, Wissen über Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns sowie therapeutische Interventionen, und sie können die Möglichkeiten und Grenzen neuropsychologischer Ansätze kritisch reflektieren.
Die Studierenden erhalten einen Überblick über die Steuerung der Gesundheitsversorgungspolitik in Deutschland sowie zu aktuellen Diskursen der Gesundheitswissenschaften und Public Health. Sie erwerben ein Verständnis für multidisziplinäre Perspektiven auf Prävention und gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie zu rechtlichen, pragmatischen, und ethischen Aspekten gesundheitsbezogenen Handelns. Die Studierenden kennen ethische Diskussionen im Kontext von Fragen der Prävention, Früherkennung und gesundheitlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen und reflektieren eigene Wertvorstellungen.
Studierende lernen die Grundlagen einer Sexualpädagogik der Vielfalt kennen. Sexualpädagogische Interventionen, ihre theoretischen Bezugspunkte und die nötigen Bedingungen ihrer Umsetzung werden unter dem Aspekt gesellschaftlicher Pluralisierung vermittelt. Verschiedene Diversitätsaspekte (wie Gender, Disability, soziale Herkunft) werden exemplarisch vertieft; dazu gehört auch der Diversitätsaspekt ‚Ost-West-Verhältnisse’. Hier wird die Entwicklung der Sexualerziehung, respektive Sexualpädagogik, nach 1945 für beide Teile Deutschlands nachvollzogen

Die Studierenden verstehen die kindheitswissenschaftliche Relevanz von Bildungssystemen sowie die Bedeutung historischer Entwicklungen von und struktureller Trends in Bildungssystemen in international vergleichender Perspektive. Sie wissen um konzeptionelle und praktische Möglichkeiten emanzipatorischer Gestaltung von bzw. in Bildungssystemen. Sie erwerben die Fähigkeit wesentliche Strukturen von Kindheit und Bedingungen kindlicher Tätigkeit kritisch zu durchleuchten sowie kindheitswissenschaftlich begründete Alternativen zu bestehenden problematischen Strukturen und Trends zu formulieren. Die Studierenden können die Folgen der gesellschaftlichen Organisation von Bildungsprozessen im internationalen Vergleich kritisch reflektieren.



Inhalt:
Art: seminaristische Vorlesung
Lehrsprache: deutsch
SWS: 2
Credits: 3
Prüfungsleistung: 1 Referat oder 1 Hausarbeit in einem der Wahlpflichtseminare der Veranstaltung 4.3.1, benotetet
1 Seminarbeitrag in der Veranstaltung 4.3.2, bestanden/ nicht bestanden
1 Referat oder 1 Hausarbeit in der Veranstaltung 4.3.3, benotet

Geöffnete Plätze: 5

ANMELDUNG HIER vom 03.03.-22.3.


Inhalte
Biologische Aspekte kindlicher Entwicklung
Neuronale Entwicklung bei Kindern
Aufbau und Funktionsweise des zentralen Nervensystems
kritische Diskussion biologischer, ökologischer und sozialer Ursachen und Folgen neuronaler Entwicklungsstörungen und deren Zusammenhänge
Diskussion der Bedeutung der Neuropsychologie für die angewandten Kindheitswissenschaften
Gesundheitspolitik, Genetik und Public Health
Verhältnis der Bezugsdisziplinen von Gesundheitswissenschaften und Public Health in der Diskussion spezifischer Fragen von Prävention und Versorgung von Kindern und Jugendlichen (Medizin, Politik, Ökonomie, Psychologie, Soziologie, ((Sozial-)) Epidemiologie)
Strategien und Implikationen von Gendiagnostik
ethische Fragen der Prävention bei und der Versorgung von Kindern und Jugendlichen
kritische Reflexion ethischer Implikationen im Hinblick auf Impfen, Präimplantations- und Pränataldiagnostik, Reihenuntersuchungen/ Screenings, humangenetische Beratung, Adipositasberatung u.ä.
Diversität und Sexualität in der Kindheit und im Jugendalter
Grundlagen emanzipatorischer Sexualpädagogik
Übersicht über Ansätze, Methoden und Materialien einer Sexualpädagogik der Vielfalt
Grundlagen der ‚Sexualisation’ aus der Perspektive von Gender Studies
Kenntnisse über Sexualität als Lernprodukt (Diskursprodukt, Naturprodukt und Kulturprodukt), Erprobung von Moderationstechniken für Kommunikationstrainings zum Thema Sexualität der Vielfalt
Erlernen der Kommunikation über Sexualität: zentrale Fragen im Hinblick auf Kinder und Jugendliche (Sexarbeit, AIDS, Poly-, Bi-, Hetero- und Homosexualität, Teenagerschwangerschaften)
parallele Betrachtung der am Leitbild der modernen sozialistischen Persönlichkeit orientierten Sexual- und Bildungspolitik der DDR und der spezifischen Entwicklung der Sexualpädagogik in der BRD unter Bedingungen eines kapitalistischen Selbstverständnisses
Internationale Bildungs- und Sozialsysteme
Kindheitswissenschaftliche Relevanz von Bildungssystemen für die Strukturierung moderner Kindheit sowie für Kinder, die einen wesentlichen Teil ihres Lebens in diesen Institutionen verbringen
Bildungssysteme als Gefüge aller Einrichtungen und Möglichkeiten des Erwerbs von Bildung in einer Gesellschaft
international vergleichende Perspektiven auf Bildungssysteme: Betrachtung ausgewählter Bildungssysteme in ihrer Spezifik, aber auch mit Blick auf internationale Trends unter der Leitfrage: Inwieweit konstituieren Systeme und Trends Bedingungen, in denen Kinder ihre Handlungsfähigkeit lernend entwickeln können?
mögliche Einzelthemen: die Arbeit internationaler Bildungsorganisationen, internationale Studien zur Qualität von Bildungssystemen, internationale und interkulturelle Erziehung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Globales Lernen und internationale Bildungskooperationen


Veranstaltungsort:
Campus Stendal
H3 R 2.01


Veranstaltungszeit:
wöchentlich Di 10:15-11:45
07.04.2026-07.07.2026



Kursbetreuung:
Zentrum für Weiterbildung
Hochschule Magdeburg-Stendal
Zentrum für Weiterbildung
Breitscheidstraße 51
39114 Magdeburg

Ansprechpartnerin: Alexandra Fischer

Telefon: 0391 - 886 4389
E-Mail: alexandra.fischer@h2.de
www.h2.de/zfw


Dozent/-in:
Trubeta, Dr. Sevasti

Teilnahmegebühren:
Studierende HS MD-SDL0 EUR
Studierende OvGU 0 EUR
Studierende anderer HS0 EUR
MitarbeiterIn HS MD-SDL0 EUR
Externe0 EUR


Belegungsstatus:
4 von 5 Plätzen frei

Mindestteilnehmerzahl:
1 bis 22.03.2026
Achtung: Der Kurs startet erst ab Erreichung der Mindestteilnehmerzahl.

Anmeldung:
Die Anmeldung endete am 22.03.2026 um 12:00 Uhr

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